Montag, 18. Mai 2015

Die Verkaufszahlen bei Amazon und Tolino - ein Vergleich von 2014 und 2015

Auch wenn ich - aufgrund der (IMHO unnötigen und vermeidbaren) technischen Startprobleme - derzeit alles andere als ein Freund der Self-Publishing-Plattform Tolino Media bin, sind die daran angeschlossenen Shops für mich seit 2013 eine wichtige weitere Einnahmequelle neben Amazon KDP.

Bei meiner letzten Statistik für das 1. Quartal 2015 ist mir an den Zahlen etwas aufgefallen, das ich nun noch einmal genauer untersucht habe. Und einen Vergleich zwischen den Tolino-Shops und Amazon erstellt habe.


Vorab:
  • Wenn ich in den Jahren seit KDP eines gelernt habe:
    Zahlen und Erfahrungen lassen sich nur selten verallgemeinern. Was bei einem Autor klappt, funktioniert beim anderen überhaupt nicht. Für zwei gleichwertige Romane ein und desselben Genres kann es völlig unterschiedlich Resultate geben.
    Diese Diagramme sind also nur ein individuelles Schlaglicht auf die wichtigsten Reihen in meinem Sortiment. Nicht allgemein verbindlich.
  • Bei Amazon umfassen die Zahlen jeweils Januar bis April, bei Tolino das 1. Quartal. Amazon hat also sogar noch einen Monat "extra".
  • Ich nenne keine konkreten Zahlen. Die gehen nur meine Autoren und das Finanzamt etwas an. ;)

Historische Romane:
Ich habe ca. zehn Romane von Hanns Kneifel im Sortiment, die alle schon einmal als Taschenbuch in großen Verlagen erschienen sind. Bei historischen Romanen war es von Beginn an so, dass sie sich vor allem über Weltbild (schon vor Tolino) deutlich besser verkaufen als über Amazon.



Rein statistisch hat sich nichts verändert. In reinen Zahlen sieht es so aus, dass die Verkäufe sowohl bei Amazon wie bei Tolino inzwischen um 50 % zurückgegangen sind. Das Interesse ist also gleichmäßig in allen Shops gesunken.

SoKo Hamburg:
SoKo Hamburg ist eine Reihe von Martin Barkawitz, die bereits ca. 2005 als Taschenhefte und fast zeitgleich als eBooks erschienen sind. 2013 wurden sie von mir neu aufgelegt.



Es ist eine Reihe von Hamburger Regionalkrimis. Taschenhefte, also nicht mit dem Umfang eines Taschenbuchs - was sich aber nicht auf den Zuspruch auswirkt. 
Zumindest nicht in den Tolino-Shops. Dort haben sie von 2014 auf 2015 um über 100 % mit soliden Verkaufszahlen zugelegt, obwohl keine neuen Romane mehr erscheinen.
Bei Amazon haben sie nie wirklich Fuß gefasst. Und verlieren immer weiter an Boden, mit über 50 % Rückgang.

Und dabei habe ich sogar den ersten Band für 90 Tage exklusiv bei Amazon Select gehalten und mit Gratisaktionen beworben, während in den Tolino-Shops in dieser Zeit nur die Bände 2-12 verfügbar waren!
Gut geschriebene Romane, eine Reihe mit 12 Bänden, attraktives Genre, Marketingaktion zum Start - und Select hat nichts gebracht. Weder kurz- noch mittel- noch langfristig.

Rettungskreuzer Ikarus:
Lange Jahre waren die 37 Bände der 1. Staffel der Science-Fiction-Serie das "Flaggschiff" in meinem Sortiment mit richtig, richtig guten Verkäufen. Sie waren seit 2011 vom Beginn an dabei - aber eben in der "Vor-Tolino-Zeit" nicht nur bei Amazon, sondern über den Distributor ciando auch bei Thalia und Weltbild.
Abnutzungserscheinungen (die völlig normal wären) müssten sich also in allen Shops zeigen.



Abgenutzt haben sich die Romane nur auf einer Plattform - Amazon.
Dort sind die Verkäufe von 2014 auf 2015 um zwei Drittel eingebrochen. Während sie sich in den Tolino-Shops im selben Zeitraum verdoppelt haben. Wohlgemerkt: sie sind in allen Shops seit 2011 vertreten.

Bei meinen eigenen Romanen ist es ein völlig durchwachsenes Bild. Manche haben 80-90 % Anteil bei Amazon, bei anderen teilt es sich 50-50.
Das macht es gerade hinsichtlich der Überlegung, exklusiv zu Amazon zu gehen und die eBooks auch über Kindle Unlimited zur Ausleihe anzubieten, nicht gerade einfach.

Ich mache KDP nun schon seit über fünf Jahren (seit Januar 2010 in den USA) mit.
Amazon ist kein Selbstläufer (mehr). Nicht jedes Genre funktioniert auf Amazon. Die Tolino-Shops können (wohlgemerkt: können!) inzwischen nicht nur eine gleichwertige, sondern sogar die bessere Alternative sein.
Ausprobieren. Eventuell lässt man viele Verkäufe liegen, wenn man sie nicht nutzt.

Amazon verliert bei meinen Verkäufen insgesamt mehr und mehr an Boden. Einzelne Ausreißer wie im 1. Quartal 2015 ausgenommen. Die Stellung, die es 2012 und 2013 hatte, hat es nicht mehr. Meinen Zahlen nach.

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