Dienstag, 18. August 2015

Was man als Self-Publisher alles sein sollte

Self-Publisher genießen die Freiheit, ihre Romane so umsetzen zu können, wie sie wollen. Es gibt keinerlei Vorgaben, die einem von anderen aufgezwungen werden.
Mit dieser Freiheit kommt allerdings auch die Notwendigkeit, alle anfallenden Aufgaben selbst zu verwalten. Ein Self-Publisher ist mehr als "nur" Autor.

Aber was sind das für Aufgaben, die alle anfallen?
Nun, da ein Self-Publisher all die Aufgabenbereiche übernimmt, um sie sich bei Verlagsautoren eben der Verlag kümmert, deckt das ein weites Spektrum ab.

Er ist (unterteilt in Arbeitsbereiche)

  • Autor (klar)
    -
  • Korrektor
  • Lektor
    -
  • Grafik-Designer
  • Druckvorlagenhersteller bzw. Mediengestalter
    -
  • Public-Relations-Manager
  • Social-Media-Manager
  • Marketing-Manager
    -
  • Logistikplaner
  • Controller

Würde man die Ausbildungsberufe mit Abschluss studieren, bräuchte man gut 20 Jahre alleine dafür ...

© Sergey Nivens - fotolia.com


Muss ein guter Self-Publisher all das wirklich beherrschen?

Nein.
Im Gegenteil.
Was er wissen muss und sich selbstkritisch fragen muss, ist, welche Aufgabe er davon tatsächlich selbstständig bewältigen kann (oder sollte) und für welche er besser Dritte beauftragt.

Die Überlegungen dazu laufen auf die eine entscheidende Frage hinaus: ist mein Produkt (ja, auch ein Roman ist ein Produkt) handwerklich qualitativ so ansprechend umgesetzt worden, um meine Zielgruppe - die Leser - zu überzeugen?
Und das betrifft eben nicht nur den Stil oder den Inhalt, sondern auch die technische Umsetzung und Aufbereitung, die Werbung und den öffentlichen Auftritt.

ALLES an einem Roman ist harte Arbeit - von der ersten Zeile bis zum ersten Verkauf. Und darüber hinaus.
Und entweder kann man sich jedem Arbeitsschritt mit demselben Qualitätsbewusstsein widmen oder man engagiert Dienstleister (die tunlichst ihr eigenes Qualitätsbewusstsein haben sollten), die für einen diese Arbeit übernehmen.

Was 2011 / 2012 eine Zeitlang noch funktioniert hat - einfach so mal was auf den Markt zu schmeißen - das klappt heute nur noch in absoluten Ausnahmefällen. Auf die man sich lieber nicht verlassen sollte.

Als Self-Publisher sollte man sich also deutlich vor Augen führen, dass all die oben genannten Aufgabenbereiche anstehen.
Und dass Leser das gute Recht haben - denn dafür bezahlen sie schließlich -, dass all diese Aufgabenbereiche so gut und professionell wie möglich umgesetzt werden.
Nicht perfekt. Oder vollkommen. Darum geht es nicht. Nur um so gut wie möglich.

Self-Publisher zu sein heißt, unabhängig von anderen über das eigene Werk entscheiden zu können.
Es heißt nicht, alles selbst zu machen.
Es heißt, früh genug die eigenen Grenzen zu kennen und zu erkennen, wann man die Hilfe Dritter hinzuholt.

Kommentare:

  1. "Es heißt, früh genug die eigenen Grenzen zu kennen und zu erkennen, wann man die Hilfe Dritter hinzuholt."

    Mögest Du mit diesem Satz auf offene Ohren stoßen.

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  2. Den Job des Verlegers, der als Generalist all die anderen genannten Tätigkeiten überblickt und koordiniert, sollte man nicht vergessen … ;)

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    1. Steht so gesehen in dem Satz "Nun, da ein Self-Publisher all die Aufgabenbereiche übernimmt, um sie sich bei Verlagsautoren eben der Verlag kümmert, deckt das ein weites Spektrum ab." :)

      Aber du hast recht: man ist ein gesamter Verlag in einer Person.

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