Dienstag, 10. November 2015

eBook-Direktbelieferung an Amazon, Tolino und Kobo - ein Vergleich

Vor einem Vierteljahr habe ich mich entschlossen, meine eBooks nicht mehr über einen Distributor an die Shops auszuliefern, sondern die Direktzugänge über die Shops zu nutzen - Amazon KDP, Tolino Media und Kobo Writing Life.

Zeit, eine erste Bilanz zu ziehen.

Korrekterweise ist auch Tolino Media "nur" ein Distributor, aber da er ausschließlich an die Shops der Tolino-Allianz ausliefert, zähle ich ihn dazu.

In dieser Auflistung fehlen:
  • beam eBooks: Das beliefere ich nicht mehr, seitdem es an Bastei verkauft wurde. (Ja, ich bin eigen)
  • Apple iBooks: Das liegt daran, weil ich keinen Mac habe. (Ja, Apple ist eigen)
  • Google Play: Zwei Verkäufe seit Mai.
Die wesentlichen Gründe, die Shops selbst zu beliefern, sind neben höheren Margen (es gibt keinen Zwischenhändler mehr) die direktere und zumeist auch schnellere Bearbeitungsmöglichkeit der Titel.

Spannend war für mich de Frage, wie sich die Verkäufe verteilen werden. Und da zeigen sich doch deutliche Unterschiede zwischen meinem Verlagssortiment "story2go" (das ich zum Jahresende ja auflöse) und meinen eigenen Romanen, gerade bei Tolino Media.

Seit zwei Jahren beobachte ich, dass sich Krimis, vor allem deutsche Regionalkrimis, die ich im Sortiment hatte, über Tolino Media nicht nur gut, sondern in Downloadzahlen mitunter deutlich besser verkauften als bei Amazon.
Da ich bis auf einen Kurzkrimi nichts in diesem Genre habe, hatte ich schon damit gerechnet, dass es bei meinen eigenen Romanen in den Bereichen Science-Fiction und Fantasy anders aussehen würde.



Die Verteilung ist eindeutig.
Amazon lässt sich nicht die Butter vom Brot nehmen. 87 % meiner Verkäufe kommen über KDP. 12 % über die Tolino Shops und gerade mal ein mageres Prozent über Kobo.
Vom kolportierten Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Tolino und Amazon hinsichtlich Marktanteilen, die jeweils um die 40 % am deutschen Markt halten sollen, spüre ich bei meinen Romanen nichts.

Die Frage ist, wie ich damit umgehe?
Ziehe ich meine Romane aus den anderen Shops ab und gehe exklusiv über Amazon? Brächte mir Kindle Unlimited so viel, dass ich einen Mehrwert davon hätte?
Einfache Antwort: ich weiß es nicht.

Mir hat der Gedanke noch nie behagt, mich exklusiv an Amazon (oder irgendeinen anderen Shop!) zu binden, also warum sollte ich wegen diesen Zahlen nun damit anfangen?
Ich biete meine Romane lieber auf so vielen (relevanten) Plattformen wie möglich an, um auch die Leser jenseits von Amazon zu erreichen und präsent zu sein.
Zudem die Verkaufsmengen über Tolino nun zwar nicht berauschend, aber insgesamt ganz nett sind. Darauf lässt sich aufbauen.

Was ich feststelle ist, dass sich über Tolino meine beiden Urban Fantasy-Romane "Der Pakt der Nacht" und "LilithsBlut" deutlich besser verkaufen als meine Science-Fiction-Romane.
Die Tolino-Shops dürften eher weibliche Leser erreichen (die Zielgruppe wurde in der Werbung auch bewusst angesprochen), während sich meine männlichen Leser eher auf Amazon finden lassen.

In reinen Stückzahlen erreiche ich trotzdem über Amazon mehr Leserinnen.
Den Tolino-Shops mangelt es meines Erachtens nach wie vor an einem durchdachten und breit aufgestellten Schaufenster, um unabhängige AutorInnen besser zu promoten.

Dennoch bereue ich den Wechsel zur Direktbelieferung nicht, auch wenn ich ein paar Shops nicht mehr erreiche. Gefühlt erlaubt es mir mehr Unabhängigkeit und einen direkteren Einfluss.

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