Freitag, 24. Juni 2016

Exklusivität bei Amazon KDP Select - die Freiheit gönne ich mir

Seitdem ich eBook anbiete - und das werden im September 14 Jahre - habe ich immer darauf geachtet, mich auf ein breites Fundament von Vertriebskanälen zu stellen, um so viel Reichweite wie möglich zu erzielen.

Entgegen dieser Vorgabe habe ich mich Mitte Februar dazu entschieden, alle meine wichtigen eBooks nur noch exklusiv über KDP Select anzubieten und sie damit auch in die Ausleihe von Kindle Unlimited zu bringen - für mich die beste Entscheidung, die ich seit Langem getroffen habe.


Die zweite große Plattform, die neben Amazon die (potenziell) größte Reichweite bietet, ist Tolino Media. Nun hatte ich ein paar Monate Zeit, mir die Verkaufszahlen anzusehen und vor allem auch deren Entwicklung.
Und gerade die Aussicht für die kommenden Monate war es (d.h. rückläufige Zahlen), die mich dazu gebracht hat, mich für KU zu entscheiden.

Eines ist dabei ganz klar: jede/r Autor/in muss das für sich selbst entscheiden und probieren, ob es klappt und wie gut es klappt.
Nicht jeder Roman, nicht jedes Genre eignet sich (gleich) gut für KU! Ich habe zwei, drei eBooks, die so gut wie überhaupt nicht ausgeliehen werden.

Ich habe mit KollegInnen gesprochen, bei denen es vollkommen anders aussieht als bei mir. Ich sage also nur, dass für mich KU im Augenblick die beste Entscheidung war.
Das kann nächstes Jahr schon wieder ganz anders aussehen. Die stetige Veränderung ist ja die einzige Konstante am eBook-Markt ...

Ich nenne keine konkreten Zahlen. Das ist ein intimes Geheimnis zwischen dem Finanzamt, meiner Bank und mir. ;)

Nennen wir die Größenordnung eines durchschnittlichen Tolino-Monats x.
Dann hätte ich in den vergangenen vier Monaten x mal 4 durch die Ausleihe verdienen müssen, um wenigstens diese Einnahmen auszugleichen.

Nach vier Monaten habe ich alleine durch KU allerdings x mal 25 verdient.
Also mehr als das Sechsfache dessen, was ich mindestens erhofft hatte. Dabei bringt mir die Ausleihe eines einzelnen Romans bei den meistausgeliehenen mitunter mehr ein als ich durch alle Verkäufe bei Tolino Media generiert habe.

Für die Ausleihen also eine mehr als deutliche Aussage. Ob ich 100 Euro oder 600 im selben Zeitraum einnehme, das macht sich nun mal bemerkbar.

Wie hat sich das nun aber auf die Verkäufe ausgewirkt?
Meine erste Vermutung bzw. Befürchtung war, dass sich Ausleihen und Verkäufe gegenseitig kannibalisieren.
Nach vier Monaten kann ich das nicht bestätigen. Im Gegenteil. Durch die Ausleihen haben manche Romane wieder so sehr an Ranking gewonnen, dass sie durch ihre höhere Sichtbarkeit auch wieder häufiger gekauft werden.

Die Ausleihen gehen inzwischen zurück, ebenso wie die zuvor gestiegenen Verkäufe. Das darf nicht überraschen. Jeder Roman hat eine gewisse Reichweite in seiner Zielgruppe. Serien lassen sich bekanntermaßen durch eine neue Episode befeuern. Ich bin noch gespannt, wie sehr sich das auswirkt. Dazu sollte ich in zwei Monaten mehr sagen können.

Zum jetzigen Zeitpunkt kann ich nur sagen, dass sich die für mich ungeliebte Exklusivität gelohnt und ausgezahlt hat.
Viel steht und fällt aber auch mit der Auszahlungsrate pro gelesener Seite bei KU. Die aktuellen 0,33 Cent sind die untere Schmerzgrenze. Sollte der Betrag unter 0,3 fallen (was bei der gleichen Menge gelesener Seiten einen Rückgang in den Einnahmen um gut zehn Prozent bedeutet), werde ich die Exklusivität erneut auf den Prüfstand stellen.

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